Merkmale agiler Lehre
In ihrem „Agile Manifesto for Teaching and Learning“ halten Cosmah et al. (2017, S. 96) fest, dass agiles Lehren und Lernen durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist:
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„Adaptability over prescriptive teaching methods
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Collaboration over individual accomplishment
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Achievement of learning outcomes over student testing and assessment
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Student-driven inquiry over classroom lecturing
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Demonstration and application over accumulation of information
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Continuous improvement over the maintenance of current practices“
Diese Merkmale betonen die höhere Bedeutung von Anpassungsfähigkeit gegenüber festgeschriebenen Lehrmethoden, den höheren Stellenwert von Zusammenarbeit im Vergleich mit individueller Leistung, dass die Erreichung von Lernergebnissen wichtiger sein sollte als die Prüfungen und Bewertungen der Lernenden. Auch ist es ihnen wichtiger, dass Lernende selbst aktiv sind, statt Frontalunterricht zu erleben und dass der Fokus auf kontinuierlicher Verbesserung liegt. Es ist ja so: Als Absolvent*innen werden Ihre Studierenden zumeist in Teams arbeiten und für gewöhnlich keine Prüfungen mehr ablegen. Je besser sie im Studium üben können, zu kooperieren und den Fokus selbst auf den Prozess hin zu einem Ergebnis zu legen, desto besser werden sie für ihre spätere Realität gewappnet sein.
Synonyme Begriffe
Das bedeutet konkret: Agile Didaktik ist nicht auf eine einzige Methode oder einen starren Rahmen beschränkt. Sie beschreibt vielmehr eine Haltung und eine Arbeitsweise, die auf Flexibilität, studentischer Partizipation und kontinuierlicher Verbesserung basiert. Die Bedürfnisse und Interessen der Studierenden sind wichtig und Zusammenarbeit und Teamarbeit werden gefördert.
Deshalb bietet z.B. Arn (2016) weitere Begriffe als Synonyme zu agiler Lehre an, die unterschiedliche Facetten des Lehr-Verständnisses betonen. Eine Auswahl:
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„Co-Didaktik oder Mit-Didaktik, weil diese Didaktik überhaupt erst im Miteinander mit den Lernenden entsteht“
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„Kontaktdidaktik bzw. Begegnungsdidaktik, weil die echte Interaktion, der tatsächliche Kontakt angestrebt wird und elementar ist“
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„Jetzt-Didaktik (…), weil didaktische Entscheidungen im Moment getroffen werden“
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„mit einem Augenzwinkern als Präsenzunterricht, da sie eben volle Präsenz, Geistes-Gegenwart verlangt“
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„adaptive Didaktik wegen der fortlaufenden Anpassung des Lehrangebots an die Lernenden“
Agilität erzeugt Reflexion
Agile Lehre hat sehr viel mit Ihrer Haltung gegenüber Studierenden, Lehr-Lernformaten und unterschiedlichen Rollen, die Sie als Lehrende*r erfüllen sollen, zu tun. Und für Haltung braucht es Reflexion. Genauso soll ein Studium die Studierenden dazu befähigen, fachliche Inhalte und sich selbst und ihren Lernerfolg und ihre eigenen Einstellungen und Werte zu reflektieren. So ist Reflexion in der agilen Lehre ein unabdinglicher Bestandteil. Deshalb finden Sie nachfolgend in diesem Beitrag ein eigenes Kapitel zu Reflexionsprozessen.